Bitcoin Cloud Mining über Genesis-Mining: Ein Erfahrungsbericht

Trotz etlicher Bedenken habe ich im letzten Jahr den Bitcoin Cloud-Mining-Dienst Genesis-Mining ausprobiert. Dabei mietet man beim Anbieter Hashpower für einen bestimmten Dollarbetrag und erhält im Gegenzug die geschürfte Kryptowährung als Ausgleich. Ob sich das Geschäft auch für euch lohnt, erfährt ihr hier.

Die Reviews auf Reddit sind alles andere als positiv. Genesis-Mining wird dort regelmäßig als Betrug beschimpft, auf das man sich auf keinen Fall einlassen sollte. Zwar trifft man auch gelegentlich auf positive Stimmen, diese sind aber in Unterzahl. Das Risiko mit dem Cloud Mining Geld zu verlieren, war mir also bewusst. Dennoch habe ich am 26. Mai 2019 1,5 TH/s für 9 Monate gemietet. Dabei wählte ich die Radiant-Variante, bei der keine Wartungsgebühr vom täglich geschürften Betrag abgezogen wird. Bezahlt habe ich die Kosten des Vertrags von 81,48 USD (72,93 EUR) mit Kreditkarte.

Nach dem Bezahlvorgang durfte ich meine gemietete Hashpower der Kryptowährung zuweisen, die ich schürfen wollte. Ich entschied mich für die sicherste Variante: Bitcoin. Ich konfigurierte noch den minimalen Auszahlungsbetrag auf 0,001 BTC und gab als Zahlungsziel meine Wallet-Adresse an. Dann hieß es warten. Einen Monat lang passierte quasi gar nichts. Ich konnte nicht sehen, ob bereits etwas geschürft wurde. Das Interface empfand ich dabei als umständlich und wenig intuitiv.

Erst Ende Juni wurde mir die erste Auszahlung angezeigt. Diese betrug 0,00168700 BTC, was zum damaligen Zeitpunkt ca. 16,87 EUR entsprach. Im ersten Moment war ich überrascht, dass die Auszahlung so hoch war. Bei 16 EUR pro Monat hätte am Ende der Laufzeit fast 150 EUR herauskommen müssen. Das wäre ein verdammt gutes Geschäft gewesen.

Im darauffolgenden Monat dann jedoch die Ernüchterung: Die Auszahlung im zweiten Monat betrug nur noch 0,00103959 BTC, gleichzeitig fiel zudem der Bitcoinpreis, was den Mietvertrag wieder unwirtschaftlich gemacht hätte. Allerdings zeigte das Interface nun täglich an, wie viel Bitcoin geschürft wurden. Wirklich Transparent war das allerdings noch immer nicht.

In den Monaten danach blieb die Auszahlung in etwa gleich, sank nur minimal. Hier einmal alle Auszahlungen im Laufe der 9 Monate:

Juni: 0.00168700
Juli: 0.00103959
August: 0.00100882
September: 0.00101912
Oktober: 0.00102000
November: 0.00100493
Dezember: 0.00100132
Januar: 0.00100972

Eigentlich hatte ich noch mit einer letzten Auszahlung im Februar gerechnet, dazu kam es aber nicht mehr. Vermutlich wurde der Minimalbetrag zur Auszahlung nicht erreicht, sodass der letzte Monat komplett wegfiel.
Insgesamt überwies mir Genesis-Mining bei 8 Auszahlungen 0,0087905 BTC. Das wäre zum Ende der Laufzeit am 26. Februar 2020 nur etwa 66 EUR gewesen, also 7 EUR weniger als das, was ich ursprünglich bezahlt hatte. Wäre es im Februar allerdings doch noch zu einer Auszahlung gekommen, hätte ich einen Gewinn von ein paar Cent eingefahren. Berücksichtigen sollte man zudem, dass der Kurs im Laufe der 9 Monate rapide gefallen ist. Nimmt man den Preis von heute (Anfang November 2020), beträgt der Gewinn fast 30 EUR (HODL ;)).

Fazit: Ist Genesis-Mining also Betrug? Vermutlich nicht, ich habe Auszahlungen erhalten. Die starken Kursschwankungen bei Bitcoin machen es allerdings verdammt schwer vorauszusehen, ob sich das Angebot lohnt. Zudem muss ich das intransparente und umständlich aufgebaute Interface der Website kritisieren. Auch ist den Verträgen vor dem Kauf nicht anzusehen, wie hoch die Gebühren sind.
Würde ich Cloud-Mining-Anbieter wie Genesis-Mining also empfehlen? Nein! Der Kauf auf einer Börse ist vom Risiko her kalkulierbarer. Außerdem ist die Gebührenstruktur wesentlich transparenter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.